A 024/18

Pseudogleichstellung beheben – Blutspenden für homosexuelle Männer auch ohne Zölibat

Die Jungen Liberalen Saar fordern eine von Geschlecht und Sexualität unabhängige Erlaubnis zur Blutspende. Die abgebenden Blutspenden sind im Sinne des Infektionsschutzes wissenschaftlich aktueller Untersuchungen zu unterziehen, um gegebenenfalls infektiöse Erreger nachweisen und identifizieren zu können.

 

Begründung:

Um dem von europäischen Gerichtshof (EuGH) bestätigten Verbot der Diskriminierung gerecht zu werden, sind seit 2017 homosexuelle Männer nicht mehr grundsätzlich lebenslang von der Blutspende ausgeschlossen. Nach neuer BÄK-Richtlinie dürfen Männer, die gleichgeschlechtlich sexuelle Kontakte pflegen, zwölf Monate nach Beendigung dieses sogenannten „sexuellen Risikoverhaltens“ nun Blut spenden.

Eine Frist von einem Jahr schließt den Großteil aller schwulen und bisexuellen Männer jedoch weiterhin unnötig von der Blutspende aus.

Weder die Tatsache, dass durch geschütztem Geschlechtsverkehr das Übertragungsrisiko von HIV wesentlich minimiert werden kann, noch die inzwischen vorhandene Möglichkeit eine HIV-Infektion bereits nach sechs Wochen sicher diagnostizieren zu können, werden bei dieser Richtlinienänderung berücksichtigt.

Eine zwölfmonatige Enthaltsamkeitspflichtig ist nicht nur vollkommen realitätsfern, sondern schlicht unnötig und weiterhin diskriminierend.